Trinkwasseraufbereitungsanlage UF-15

Ultrafiltrationsanlage UF-15 im Einsatz

Wir benutzen es täglich und oft ohne darüber nachzudenken. Unbewusst verbraucht jeder Deutsche im Schnitt etwa 120 Liter Trinkwasser am Tag. In welchem Luxus wir leben, merken wir in einer der trinkwasserreichsten Regionen der Welt meist erst, wenn Trinkwasser plötzlich fehlt. Zum Beispiel bei Schäden an Wasserwerken, beim Ausfall der leitungsbegundenen Wasserversorgung oder Verunreinigungen von Quellfassungen oder Brunnen. Im Auftrag der Bundesregierung hält das Technische Hilfswerk (THW) mobile Trinkwasseraufbereitungsanlagen (TWA) und speziell ausgebildete Helferinnen und Helfer bereit, um im Notfall Menschen in Deutschland, aber auch weltweit, mit lebenswichtigem Trinkwasser zu versorgen.

Im Gegensatz zu einem stationären Wasserwerk muss sich das THW mit seinen mobilen Anlagen auf Wasser aus allen denkbaren Quellen einstellen. Dies können Flüsse, Seen, Brunnen aber auch defekte Wasserwerke sein. Mit einer modular aufgebauten Trinkwasseraufbereitungsanlage kann das THW im Einsatzvall indivduell und effektiv reagieren. Mit Hilfe von mobilen Trinkwasserlaboren wird die Wasserqualität laufend kontrolliert um die Paramter der deutschen Trinkwasserverordnung einzuhalten.

Neue Technik für maximale Reinheit

Inbetriebnahme der Filterstraße im Rahmen der Einweisungsveranstaltung im Ortsverband Wörrstadt.

Je nach Rohwasserqualität muss das Wasser unterschiedlich vorbehandelt werden. In einem großen Vorbehandlungsbehältern kann eine Sedimentation, eine chemikaliengestützte Flockung und eine Belüftung erfolgen. Schwebstoffe setzten sich am Beckenboden ab und das Wasser kann durch die Ultrafiltrationsfilter gepumpt werden. Diese haben eine Filterschärfe von 0,1 µm und hält so bereits eine Vielzahl von Mikroorganismen und Krankheitserreger wirksam zurück. Das gefilterte Wasser wird anschließend in einer UV-Anlage desinfiziert und dann gegen Nachverkeimung gechlort.

Gelagert kann das Trinkwassser in 4 x 10  Trinkwasserblasen werden, von denen mit geeigneten Pumpen eine Betankung von Wassertransportfahrzeugen oder eine Einspeisung in das Rohrleitungsnetz vorgenommen werden kann. Mit mehreren Trinkwassertransportbehältern im Palettenmaß können alle Lkw mit Pritsche zu Wassertransportfahrzeugen umgerüstet werden. Auch Zapfstellen zur direkten Wasserabgabe an die Bevölkerung werden vorgehalten.

Alle Maßnahmen erfolgen in enger Abstimmungund Zusammenarbei mit den zuständigen Gesundheitsämtern und den Wasserversorgungsunternehmen.

Technische Daten

Die Ultrafiltrations-Anlage vom Typ UF-15 kann 15.000 Liter Wasser pro Stunde aufbereiten. Bei rund 20 Stunden Produktivbetrieb und einem für den Notfall angenommenen Verbrauch von 15 Litern pro Person bietet sie täglich für rund 20.000 Menschen Trinkwasser.

 

Prinzip: Ultrafiltration

Filtration: 0,1 µm

Kapazität: 15.000 l/h

Aufbau: modulares System

Das modulare System

Im Detail verfügt die Anlage über folgende Verfahrensschritte:

  • Rohwasserförderung
    über eine Entnahmepumpe
  • Chemische Vorbehandlung
    zum Entfernen unerwünschter Stoffe im Wasser
  • Mehrstufiges Filtrationssystem
    zum Entfernen grober Trüb- und Schwebstoffe, sowie Bakterien
  • Desinfektionssystem für Trinkwasser: Abtötung von Viren mittels UV-Licht mit anschließender Chlorung
  • Reinigungs- und Desinfektionssystem zur Desinfektion von Anlagenteilen
  • Trinkwasserlager- und
    Verteilungssystem
    für bis zu 40.000 l
  • Entsorgungssystem
  • Energieverteilungssystem
    mit mobilen Stromerzeugern zum Betrieb der Anlage
Die Trinkwasseraufbereitungsanlage mit all ihren Komponenten bei einer Ausbildung Ende 2012.